Thrombose

Thrombosen / venöse Thromboembolien
(immer mit Blutgerinnselbildung)

Thrombosen sind nicht selten. In unserer Praxis besteht, bei jedem dritten bis fünften Patienten Thrombose-Verdacht oder der Verdacht auf eine thrombembolische Erkrankung.

Thrombosen werden zwar noch gelegentlich in das Krankenhaus eingewiesen, können jedoch meist ambulant unter Zuhilfenahme eines Ablauf-/Management- Systemes behandelt werden.
Die Venenentzündung (Phlebitis – mit und ohne Blutpropf) erfährt in der moderneren phlebologischen Literatur ebenso Beachtung, da sie ebenfalls als thrombembolisches Ereignis zu betrachten ist und nicht selten auf das tiefe Venensystem überspringt. Damit ergibt sich ggf. ein Risiko von Lungenembolien.
Sobald eine Thrombose jedoch durch die Farbduplex- Untersuchung diagnostiziert ist und entsprechend mit Blutverdünnung behandelt wird, ist das Folgeschadensrisiko kurzfristig sehr gering.
Die langfristige Therapie der Thrombose ist andererseits sehr wichtig, da in etwa der Hälfte der Fälle die Ausbildung eines Postthrombotischen Syndrom verhindert werden kann. Dies ist meist innerhalb der ersten 2 Jahre nach dem Auftreten einer Thrombose der Fall. Nach Thrombosen bzw. thrombembolischen Ereignissen ist zudem eine genaue Risikoeinschätzung bzgl. der Exposition (z.B. Bettlägerigkeit nach Operationen, Immobilität) sowie der Disposition (z.B. im Blut nachweisbar, Erberkrankungen) notwendig. Hierzu ist laborchemisch eine Blut-Überprüfung bei uns oft notwendig.
Aufgrund der bestehenden Risikokonstellation mit nicht selten idiopathischer Thrombose (keine Ursache bekannt, keine Beweglichkeitseinschränkung, keine Hormone) ist eine Thrombophiliediagnostik mit Wiedervorstellung zu einem Gespräch zur Erläuterung der thrombophilen Grundsituation und ggfs. der therapeutischen Konsequenzen hin und wieder erforderlich. Zur Einschätzung des Thrombose-Rezidivrisikos (Wiederauftretensrisiko) sind erworbene und geerbte Risiken von Bedeutung. Laborchemisch werden nicht selten unter anderem folgende Parameter bestimmt: Aktiviertes Protein C –Resistenz(APC-R), Antithrombin III, Fibrinogen, Faktor VIII, Faktor 2-Mutation, Cardiolipin-Antikörper, Lupus-Antikoagulantien z.B. bei primärem oder sekundärem Antiphospholipid-Syndrom, Homozystein. Einzelne Störungen sind gut behandelbar/beeinflussbar, andere nicht oder wenig. Typische Beispiele für erworbene Blutgerinnungsrisiken sind Immobilität nach Sportverletzung, Schwangerschaft oder Medikamenten-/ Hormon-Einnahme.

Therapeutisch erfolgen nahezu immer phlebologische Spezialverbände, für welche unsere Mitarbeiterinnen ein besonderes Training hatten sowie eine Blutverdünnung in üblicher Form zunächst mit Heparin-/Haparinanaloga-Spritzen sowie oft anschließend mit Tabletten (Antikoagulantien).

  • Das Beinvenensystem besteht aus einem tiefen und einem oberflächlichen Teil.
  • Sollten bei Ihnen ein thrombotischer Verschluss der tiefen Beinvenen oder vergleichbare Blutpröpfe vorliegen, gibt es u.a. die folgende Möglichkeiten der Nachbehandlung:
  • 1.) Blutverdünnung. Sie wird meist nur über einen bestimmten Zeitraum durchgeführt.
  • 2.) Bei längeren Reisen oder längerem Sitzen immer die Beine zwischendurch etwas vertreten.
  • 3.) Leichte Ausdauergymnastik ist auf lange Sicht oft vorteilhaft. Je nach Höhe des Venendruckes kann jedoch Sport im Einzelfall nur mit einem Kompressionsstrumpf möglich sein.
  • 4.) Hitze meiden und Kühle bevorzugen!
  • 5.) Vermeiden Sie eine unzureichende Kompression durch alte oder nicht passende Strümpfe. Die durch Gewebswasser bedingte anfängliche weiche und eindrückbare Beinschwellung wird mit der Zeit hart. Nach einiger Zeit ist die Schwellung nicht mehr eindrückbar. Das Bein ist dann unwiederbringlich verdickt.

Sollte bei venösem Hochdruck im Bein eine Kompressionsbehandlung nötig
sein, hat sich folgendes Vorgehen bewährt:

  • 1.) Drei Tage vor dem Anmessen des Strumpfes im Sanitätshaus (oder im Einzelfall nach Arztinformation auch länger) muß das Bein von Hand mit speziellen Binden dünn gewickelt werden.
  • 2.) Nach dem Anmessen muß das Bein täglich bis zur Fertigstellung des Kompressionsstrumpfes / der Strumpfhose weitergewickelt werden, damit der Kompressionsstrumpf / die Strumpfhose dann auf das weiter dünn gewickelte Bein perfekt passt. Hierdurch wird nicht nur die Beinschwellung weggedrückt, sondern auch die Venenfunktion verbessert.

Sklerotherapie
Die nachgefragte ärztliche Leistung ist eine Privatleistung / individuelle Gesundheitsleistung. Sie wird aus ästhetisch-kosmetischen Gründen auf ihren Wunsch hin durchgeführt und beinhaltet wegen der nicht vorliegenden medizinischen Begründung eine besondere Aufklärung.

Folgende prinzipielle Risiken bestehen, allerdings nur in Einzelfällen:
Lokale Reaktion oder auch allergische Gesamtreaktion mit Kreislaufreaktion auf das Kontrastmittel, Hautdunkelverfärbung oder Verhärtungen nach der Behandlung, Überspringen des Entzündungsprozesses auf das tiefe Beinvenensystem und in seltenen Fällen Thrombose.

Reisethrombose / Thromboserezidiv
Fragen zu längeren Flug- oder Autoreisen sollten eine individuelle Beantwortung finden.

Phlebitis / Venenentzündungen

Phlebitis (Venenentzündung mit/ohne Pfropf)

Bei Phlebitis mit Binnenthromben besteht nur in den ersten Tagen eine relative Phlebotomieindikation. Die Vor- und die Nachteile sollten genau abgewogen werden. Je mehr Zeit seit Auftreten der ersten Phlebitissymptome vergangen ist, desto mehr Verwachsungen und Wandadhäsionen treten auf und machen die anfänglich einfache Thrombusexpression nahezu unmöglich. Insofern rate ich nicht selten zu einem weiteren, konservativem Vorgehen ohne Phlebotomie (Venenschnitt mit Herausdrücken des Blutpropfes).

Die Indikation zur antientzüdlichen und schmerzlindernden Therapie ist zwar von der Schmerzseite her nachvollziehbar. Jedoch sollte bezüglich der schmerzlosen Progression der Phlebitis und der Gefahr des Überspringens auf das tiefe Beinvenensystem nach Möglichkeit eher auf Antiphlogistika (Phlebotomie = Venenschnitt mit Herausdrücken des Blutpfropfes; Antiphlogistia = Entzündungshemmende Medikamente) verzichtet werden. Hierunter könnte die Progression eines Thrombuszapfens/Entstehung eines Thrombus unter Umständen klinisch maskiert verlaufen.

Therapeutisch erfolgen nahezu immer phlebologische Spezialverbände, für welche unsere Mitarbeiterinnen ein besonderes Training hatten.

Varizen/ Krampfadern

Chronisch venöse Insuffizienz (CVI) /Venenschwäche
Venenerkrankungen (Varikosis = Krampfadern)

Gefäßerkrankungen – nicht nur ein kosmetisches Problem
Was kribbelt denn da?

Gefäßerkrankungen interessieren heutzutage wegen der Häufigkeit der Krankheiten viele Menschen.

Zur Behandlung kommen dicke Beine / schmerzhafte Beine/ kribbelnde Beine/ kühle Beine und kalte Beine / Pt. mit Krampfadern und chronischer Venenschwäche / Bindegewebsschwäche / Schwellung / Lymphstau.
Venenerkrankungen werden häufig zu unrecht als kosmetisches Problem
betrachtet.

Bei zu langer Mißachtung drohen Folgeschädigungen des tiefen Venensystems, der Haut und der Gelenke.

Bei lang dauernder Venenerkrankung kann es aufgrund der chronisch venösen Schwäche unter anderem zu einer Folgeschädigung im tiefen Venensystem, der sekundären Leitinsuffizienz kommen. Dies sollte vermieden werden. Zudem bestehen nicht selten aufgrund der chronischen Venenerkrankungen dauerhafte Schwellneigungen der Beine, welche wiederum zu Gelenkseinsteifungen und hier wiederum zu dauerhaften Folgeschädigungen und u.a. zu einer Körpergewichtszunahme führen können.
Bei Venen- sowie Lympherkrankungen ist die Diagnostik mit modernem Farb- Ultraschall sehr präzise und aussagekräftig. Die Ultraschalluntersuchungen gehören zu den häufigsten technischen Anwendungen der Medizin. Der Ultraschall kann zudem absolut unbedenklich jederzeit wiederholt eingesetzt werden.

Im Allgemeinen ist ohne das fachärztliche Wissen eine Selbsttherapie nicht
möglich. Venenwalking im fortgeschrittenen Stadium der chronisch venösen Insuffizienz kann sogar schaden.

Für die Venenerkrankungen gibt es gut etablierte und vielfältige Behandlungsverfahren. Meist kann das Venenleiden gut operativ vielfältige Verfahren: konventionell, Vereisungsmethode[Kryotherapie] , CHIVA ), mit Ausschäumung in unserer Praxis, Laser oder mit Radiofrequenz-Therapie behandelt werden.
Die Venenverödung (Schaumverödung im Stamm- sowie Seitenastvenenbereich, Minisklerotherapie im Bereich von Besenreisern) ersetzt Operationen mit Narkose (Allgemeinnarkose/lokale Narkose) und Schnitte. Zunächst sollte allerdings für jeden Menschen das richtige Therapieverfahren bestimmt werden.

Warum müssen Varizen weg? Fragen Sie Dr. Habermann!

„Gummistrümpfe“ oder im Fachausdruck Kompressions-Strümpfe bzw. -Strumpfhosen sollten außer nach Expertenrat nicht länger als 6 bis 8 Wochen getragen werden. Fast immer ist eine Sanierung mit Behebung der Beschwerden möglich.

Gefäßkrankheiten werden nicht selten zunächst fälschlicherweise als harmlos eingestuft oder auf die Gelenke und die Muskulatur bezogen. Eine angiologische Diagnostik unter Einsatz einer Farbduplex-Untraschalluntersuchung kann rasch die Diagnose klären. Erst danach kann die Therapie optimal durchgeführt werden.

Vorteile der venösen Untersuchung mit Ultraschall ohne Kontrastmittel:

  • Vorteile der Untersuchung mit Ultraschall ohne Kontrastmittel sind die ausbleibenden Nebenwirkungen (zwar selten, kommen aber regelhaft vor):
  • Ausbleibende, allgemeine Komplikationsmöglichkeiten von Phlebographien:
    – keine Kontrastmittelallergien
    – keine Bradykardien / keine Druckanstiege im Lungenkreislauf
    – kein Kollaps / kein anaphylaktischer Schock
    – keine Blutdruckkrisen
    – keine Nierenschädigungen durch Kontrastmittel
    – keine Schilddrüsenschädigungen durch Kontrastmittel
    – kein Gefäßschmerz durch Kontrastmittel / Gefäßpunktion
    – keine Verstärkung einer vorbestehenden Herzschwäche
    – keine Emboliegefahr durch Kontrastmittel / Gefäßpunktion
    – keine Luftemboliegefahr
    – keine Blutvergiftungsgefahr
    – keine Thrombosegefahr durch Kontrastmittel / Gefäßpunktion
  • Ausbleibende, lokale Komplikationsmöglichkeiten von Angiographien/Phlebographien:
    – keine Blutung an der Punktionsstelle
    – keine Ausbildung eines arteriovenösen Kurzschlusses
    – keine Ausbildung eines Paravasates (Medikament / Kontrastmittel im
    Gewebe neben dem Gefäß)
    – keine Ausbildung einer Organschädigung durch KM-Überangebot
    – keine Ausbildung einer lokalen Nervenschädigung durch Punktion
    – keine Ausbildung einer lokalen Infektion
    – keine Ausbildung einer lokalen Thrombose

Das Beinvenensystem besteht aus einem tiefen und einem oberflächlichen Teil.

Sollte bei Ihnen ein ausschließliches Krampfaderproblem (= oberflächliche Venenerkrankung, allerdings auch in verschiedenen Ebenen ohne außen sichtbare Krampfadern möglich) vorliegen, gibt es 4 Möglichkeiten der Weiterbehandlung:

  • 1.) Die Operation. Falls Dr. Habermann Ihnen hierzu geraten hat, kann sie ambulant und/oder in spezialisierten Klinikabteilungen durchgeführt werden.
  • 2.) Andere Verfahren: z.B. Schaumverödungen auch größerer Krampfadern, Laserbehandlungen, Vereisungsentfernung, elektrische Verkochungen bzw. Hochtemperatur-Schrumpfungsmethoden.
  • 3.) Keine Behandlung. Dabei ist mit einer langsamen Zunahme der kosmetischen Probleme, aber auch der Beschwerden wie Beinschwellungen über die Jahre zu rechnen. Aus jahrzehntelang bestehenden Beinschwellungen können als Folgeproblem Gelenkseinsteifungen und „Säulenbeine“ durch das chronifizierte Ödem resultieren. Es kommen aber auch erfreulich unproblematische Verläufe vor, insbesondere bei geringer Ausprägung der Venenschwäche.
  • 4.) Kompressionstherapie. Hierunter nimmt die Krampfadererkrankung nur noch langsamer zu. Die Beschwerden werden, wenn vorhanden, gelindert. Das Anziehen und das Tragen ist mitunter etwas beschwerlich, meist aber nur anfangs.

Wir haben bei unseren Patienten mit mehreren Gefäß-Chirurgen sowie Krankenhäusern besonders große und gute Erfahrungen gemacht und können auf Nachfrage hier gern einen Rat geben.

Im Allgemeinen ist nach der technischen Untersuchung mit Ultraschall und Venendruckmessung ein erneutes Arztgespräch in ruhiger Atmosphäre zur Erläuterung der Gesamt-Situation zusätzlich zu den Untersuchungsterminen unentbehrlich.
Eine arterielle Durchblutungsüberprüfung vor Operation / Sanierung ist insbesondere bei Rauchern, Menschen mit hohem Risikoprofil und älteren Menschen sinnvoll.

Diesen Termin können Sie in aller Ruhe nach erfolgter Beinkompression hier erneut wahrnehmen.

Die notwendige Operation kann wegen der venösen Beinschwellungen mit stark wasserhaltigem Muskel- und Hautgewebe optimal nur am entstauten Bein gelingen. Deswegen sowie zur postoperativen Thrombosevermeidung sollte möglichst vor der Operation eine Entstauungsbehandlung erfolgen.

Insbesondere bei varikös verursachtem Venen-Hochdruck im Bein (bei Krampfadererkrankung und bei tiefen Beinvenenthrombosen möglich) ist im Allgemeinen eine Kompressionsbehandlung nötig. Wenn gleichzeitig eine arterielle Verschlusskrankheit oder eine Gelenkserkrankung vorliegt, sollte dies bei den Spezialverbänden Berücksichtigung finden.

Hier hat sich folgendes Vorgehen bewährt:

  • 1.) Drei Tage vor dem Anmessen des Strumpfes im Sanitätshaus (oder im Einzelfall nach Arztinformation auch länger) muß das Bein von Hand mit speziellen Binden dünn gewickelt werden.
  • 2.) Nach dem Anmessen im Sanitätshaus (nur hier gibt es ausgebildete Bandagisten) muss das Bein täglich bis zur Fertigstellung des Kompressionsstrumpfes/der Strumpfhose weitergewickelt werden, damit der Kompressionsstrumpf / die Strumpfhose dann auf das weiter dünn gewickelte Bein perfekt passt. Hierdurch wird nicht nur die Beinschwellung weggedrückt, sondern auch die Venenfunktion verbessert.

Die Mitarbeiter am Empfang geben Ihnen ggf. auch schon vor dem Abschluss-
gespräch gerne die Telefonnummer und Adresse des entsprechenden
Arztes/Sekretariats bei geplanter Venen-Operation.

Die bei chronisch venöser Insuffizienz allgemein zu beachtenden Regeln:
Schwimmen, schnelles Gehen Ausdauer-Sport/Gymnastik sind oft vorteilhaft, Vermeiden von Wärme, Sonne, Sauna, Wärmflaschen, stehenden Tätigkeiten. Die Beine sollten möglichst oft hochgelagert werden, auf ausreichende Trinkmenge insbesondere im Sommer sollte geachtet werden. Schuhe mit flachen Absätzen sind zu bevorzugen, keine einengende Kleidung.