Schlagader-Aufweitungen

Bauch-, Becken- oder Beinaussackungen (Aneurysmata)

Hier ist die Größenmessung und vor allen Dingen auch die Geschwindigkeit der Größenzunahme entscheidend für die Riskoeinschätzung für die Zukunft.
Ab bestimmten Messwerten erfolgt dann die Empfehlung zur operativen Korrektur bzw. zur endovaskulären Therapie (Kunststoffprothesen-Einbringung), je nach Voraussetzungen.

Thrombose

Bereits nach einer einzigen Thrombose, bei der keinerlei Ursache wie Immobilität oder Hormoneinahme als Hauptgründe festgestellt werden können, liegt bereits schon durch das erste Auftreten ein erhöhtes Grundrisiko der Wiederholung vor.

Ob Zusatzrisiken bestehen, wird im Rahmen der venösen Funktionsuntersuchungen sowie unter Umständen mit einer Laboruntersuchung der thrombophilen Risiken festgestellt. Anschließend wird das weitere Vorgehen für die nächsten Jahre festgelegt.

Aufgrund einer bestehenden Risikokonstellation – nicht selten bei idiopathischer Thrombose (keine Ursache bekannt, keine Beweglichkeitseinschränkung, keine Hormone) – ist eine Thrombophiliediagnostik mit Wiedervorstellung zu einem Gespräch zur Erläuterung der thrombophilen Grundsituation und ggfs. der therapeutischen Konsequenzen erwägenswert.  Einzelne Störungen sind behandelbar/beeinflussbar, andere nicht oder wenig.
Typische Beispiele für erworbene Blutgerinnungsrisiken sind Immobilität nach Sportverletzung, Schwangerschaft oder Medikamenten-/ Hormon-Einnahme.

Venenentzündung

Auch hier kann eine erhebliche Risikoerhöhung für neues Auftreten und tiefe Thrombosen sowie Lungenembolien festgestellt werden. Die Venenentzündungen(Thrombophlebitiden) werden mittlerweile in einem gemeinsamen Komplex mit den tiefen Beinvenenthrombosen als venöse Thromboembolie aufgrund ihrer gemeinsamen Risiken zusammengefasst.

Carotis / Halsschlagader

Bei Unregelmäßigkeiten der Halsschlagaderoberfläche sowie Kalkplaques und Verdickungen bestimmter Wandschichten lässt sich eine deutliche Risikoerhöhung im Vergleich zu den in Risikotabellen erhobenen Werten feststellen. Patienten mit einer verdickten Halsschlagaderwand im Intima-/Media-Bereich (bestimmte Wandschichten der Halsschlagader) haben ein Risiko, als ob eine Diabetes- Erkrankung vorliegen würde.

Durch Darstellung der Innenwand sowie der Ausmessung verschiedener Wandschichten kann eher keine prognostische, aber eine Einschätzung der Arterioskleroselast, nicht aber der zukünftigen Herz- und Gehirn-Infarktrisiken sowie der Herz- und Kreislaufrisiken erfolgen. Der direkte Vergleich der prognotischen Einschätzung mit den erheblich strahlenbelastenden Röntgenuntersuchungen des Herzens beim Cardio- CT steht noch aus.

Die Ultraschallmessung ist aber preisgünstiger und benötigt keine Röntgenstrahlung.

Arterien der Beine + Risikorechner

Arterien der Beine
Dopplerindex

Hier wird bei einem schlechten Doppler-/Risikoindex ein besonderes Risiko für  Herzinfarkte, für Krankenhausaufnahmen im Laufe eines Jahres wegen Herz- und Gefäßerkrankungen sowie eine erhöhte Sterblichkeit deutlich.

Dopplerindex rechts / links:

Normal >= 1; Verdacht auf AVK: >=0,8-<1,0; bedeutsamer kardiovaskulärer Risikofaktor/ AVK: <0,8
Risikofaktor Herz-Kreislauf <0,9

Risikoindex bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK)

Dieser Risikoindex kann dem Arzt helfen, medikamentöse und andere Therapieentscheidungen zu treffen.

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) zeigt ein hohes Sterblichkeitsrisiko auf. Deswegen empfiehlt sich eine frühe Behandlung (Studie einer niederländischen Untersuchergruppe an 2642 Patienten mit einem Knöchel- Arm-Index <= 0,9.)
Je nach 10-Jahressterblichkeit wurden die einzelnen Faktoren bewertet, der Summenwert beleuchtet die durchschnittliche 10-Jahressterblichkeit

0 Punkte bedeuten ein geringes Risiko und eine 10-Jahressterblichkeit von 22,1 %
0-5 Punkte bedeuten ein geringes Risiko und eine 10-Jahressterblichkeit von 32,2 %
6-9 Punkte bedeuten ein geringes Risiko und eine 10-Jahressterblichkeit von 45,8 %
> 9 Punkte bedeuten ein geringes Risiko und eine 10-Jahressterblichkeit von 70,4 %
Nierenschwäche 12 Punkte
Herzschwäche 7 Punkte
Alter >65 Jahre 5 Punkte
Hohes Cholesterin 5 Punkte
EKG-Veränderungen der ST-Strecke 5 Punkte
Knöchel-Arm-Index <= 0,6 4 Punkte
EKG-Veränderungen mit Q-Zacken 4 Punkte
Diabetes 3 Punkte
Hirngefäßerkrankungen 3 Punkte
Lungenerkrankungen 3 Punkte
Entlastend wirken:
Medikamentöse Therapie des hohen Cholesterins mit Statinen 6 Punkte
Medikamentöse Therapie des hohen Herz- /Gefäßrisikos mit ASS(Acetylsalizylsäure) 6 Punkte
Medikamentöse Therapie des hohen Herz-/Gefäßrisikos u.a. mit Betablockern (z.B.Metoprolol) 6 Punkte