Dickes Bein

Es bestehen verschiedenste und oft komplexe akute und chronische Ursachen. Auch gelenkbedingte (arthrogene), rheumatische und muskuläre Ursachen sind nicht selten.
Durch den Ultraschalleinsatz sowie die große klinische Erfahrung besteht Einblick in die angrenzenden muskuloskelttalen Bereiche mit den entsprechenden Krankheitsbildern.
Die Therapie erfolgt durch Beseitigung der Ursachen.

Allgemeines zur Ödemtherapie:
Die Therapie der Ödeme (Gewebswasseransammlungen) erfolgt in Teilschritten u.a.
mit manueller Lymphtherapie und komplexer physikalischer Entstauungstherapie sowie Bandagierung / apparativer intermittierender Kompression sowie teils mit Medikamenten.
Bei ausgeschöpften Therapiemöglichkeiten erfolgt die Überweisung in spezielle Fachkliniken.

Die bei Beinödemen allgemein zu beachtenden Regeln:
Schwimmen, schnelles Gehen, Ausdauer-Sport/Gymnastik sind oft vorteilhaft, Vermeiden von Wärme, Sonne, Sauna, Wärmflaschen, stehenden Tätigkeiten. Die Beine sollten möglichst oft hochgelagert werden, auf ausreichende Trinkmenge insbesondere im Sommer sollte geachtet werden. Schuhe mit flachen Absätzen sind zu bevorzugen, keine einengende Kleidung. Kompression regelhaft, sofern ärztlich empfohlen. Hautpflege obligatorisch.

Ödeme

Akute/subakute/chronische Ödeme

„Dicke Beine“ sind ebenso wie Venenerkrankungen kein kosmetisches Problem. Sie sollten frühzeitig diagnostiziert und bzgl. ihrer Prognose und der therapeutischen Möglichkeiten eingeschätzt werden.

Ursachen der diffusen oder umschriebenen auftretenden Gewebswassersucht sind verschiedenste Erkrankungen wie Herzschwäche, Nierenschwäche, Eiweißmangel oder Eiweißverlust, Hunger, Lebererkrankungen. Es bestehen auch medikamentöse, durch Entzündung, Verletzung oder Narben ausgelöste Ödeme. Zudem kommen Lymphödeme durch Lymphabflussstörungen bei Tumoren oder Lymphknotenschwellungen (Castelman Syndrom/ Tuberkulose/Lymphogranulomatose benigna/venerea/maligna ) vor.

Chronisches Lymphödem / Lymphoedema
=
Eiweißreiche, teigige Schwellung bei angeborener oder erworbener Erkrankung.
Angeboren ist beispielsweise eine schmerzlose Lymphgefäßagenesie mit nicht angelegten Lymphgefäßen (Nonne-Milroy-Meige Syndrom).
Die aufgrund von Lympherkrankungen bestehenden Lymphödeme werden nicht selten über lange Zeit nicht diagnostisch eingeordnet, sodass die Ursachen über Jahre bzw. Jahrzehnte im Verborgenen bleiben. Eine zeitnahe Diagnostik einer Beinschwellung ist wünschenswert und notwendig. Patienten können hierdurch fast immer erhebliche Linderung erfahren. Nicht selten ist eine schleichende Invalidisierung damit zu vermeiden. „Dicke Beine“ sind kein kosmetisches Problem!
Die Darstellung mittels öliger Kontrastmittel ist wegen der bekannten Verschlechterungsgefahr streng kontraindiziert.
(siehe auch www.medi.de )
Oft ist neben der Strumpf-Kompression eine zeitweilige apparative Kompression sowie eine physiotherapeutische Behandlung mit komplexer, physikalischer Entstauungsbehandlung sowie manueller Lymphtherapie unter Bandagierung erforderlich.

Phlebödem
Als Folge des Venenhochdruckes bei der chronischen Venenschwäche entstehen häufig Wassereinlagerungen der Beine. Erst erfolgt die Diagnosestellung, dann die Behandlung. Den Patienten kann fast immer sehr gut geholfen werden.

Lipödem
Hier handelt es sich um eine weibliche Erkrankung, die langsam chronisch voranschreitet. Es handelt sich um atypische Fetteinlagerungen des Bindegewebes mit negativem Einfluss auf den Lymphabstrom. Sie ist teils genetisch bedingt.
Die Geschwindigkeit des Voranschreitens der Erkrankung sollte durch Therapiemaßnahmen verringert werden, was oft gut gelingt.

Lip-Lymphödem / Lymph-Lipödem / Lip-Lymph-Phlebödem /
Phleb-Lip-Lymphödem
Komplexe Ödeme, Behandlung entsprechend der Hauptursachen.

Sekundäre Lymphödeme bei Tumor-Erkrankungen
Insbesondere bei Patienten mit Mamma-Karzinom, aber auch bei anderen Karzinomen gibt es vielfältige Verbesserungs- und Linderungs-Möglichkeiten.

Hereditäres Angioödem / Quincke-Ödeme
Rezidivierende Gewebsschwellungen mit z.T. auch lebensgefährlicher Mitbeteiligung der Schleimhäute im Mund- und Rachenraum. Teils pharmakotoxische, teils medikamentöse Auslösung. Beim hereditären angioneurotischen Ödem besteht ein Defekt im Komplementsystem mit angeborener/erworbener mangelnder Aktivität des C1-Esterase-Inhibitors.

Myxödem
Beinschwellung aufgrund einer Schilddrüsenunterfunktion.
Behandlung durch Schilddrüsenhormonersatz.