Phlebitis / Venenentzündungen


Phlebitis (Venenentzündung mit/ohne Pfropf)

Bei Phlebitis mit Binnenthromben besteht nur in den ersten Tagen eine relative Phlebotomieindikation. Die Vor- und die Nachteile sollten genau abgewogen werden. Je mehr Zeit seit Auftreten der ersten Phlebitissymptome vergangen ist, desto mehr Verwachsungen und Wandadhäsionen treten auf und machen die anfänglich einfache Thrombusexpression nahezu unmöglich. Insofern rate ich nicht selten zu einem weiteren, konservativem Vorgehen ohne Phlebotomie (Venenschnitt mit Herausdrücken des Blutpropfes).

Die Indikation zur antientzüdlichen und schmerzlindernden Therapie ist zwar von der Schmerzseite her nachvollziehbar. Jedoch sollte bezüglich der schmerzlosen Progression der Phlebitis und der Gefahr des Überspringens auf das tiefe Beinvenensystem nach Möglichkeit eher auf Antiphlogistika (Phlebotomie = Venenschnitt mit Herausdrücken des Blutpfropfes; Antiphlogistia = Entzündungshemmende Medikamente) verzichtet werden. Hierunter könnte die Progression eines Thrombuszapfens/Entstehung eines Thrombus unter Umständen klinisch maskiert verlaufen.

Therapeutisch erfolgen nahezu immer phlebologische Spezialverbände, für welche unsere Mitarbeiterinnen ein besonderes Training hatten.