Halsschlagaderuntersuchung / Engesymptome


Carotisstenose (Halsschlagaderverengung)

Aufgrund häufiger Risikofaktoren wie Hochdruck, Diabetes und Nikotin treten arterielle Durchblutungsstörungen der Halsschlagadern, aber auch der Beine, der Arme, der Hände und der Füße nicht selten auf.

Bei Ultraschall-Untersuchungen der hirnversorgenden Gefäße lässt sich früh eine Verengung, weniger eine Schlaganfallsgefahr sowie eine Herzinfarktgefährdung erkennen. Die schädlichen Auswirkungen von hohem Cholesterin und anderen Risikofaktoren können hier summarisch direkt anhand des Gefäßwandbildes nachgewiesen werden.

Hier zeigt sich, dass der Mensch so jung oder so alt ist, wie seine Gefäße!

Sämtliche Risikofaktoren gehören bei einem abgelaufenen Schlaganfall zusätzlich auf den Prüfstand (z.B. Blutdruck, Blutzuckerwerte, Blutfette, Ausschluss von Herzembolien).

Bei den chronischen Arterien-Verschlüssen der hirnzuführenden Gefäße empfiehlt sich eine stadienbezogene Therapie (Medikamente, Rezidivprophylaxe, ggf. Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes). Bei ausgeschöpften konservativen Therapiemöglichkeiten oder auch im akuten Fall erfolgt eine Operation – teils unter Einsatz von Kunststoff- oder eigenem Venenmaterial – zur Behebung von Verengungen / Überbrückung der unterbrochenen Blutversorgung.
Die Ultraschall-Untersuchung ist oft ausreichend. In selteneren Fällen bei symptomatischer Verengung sowie in asymptomatischen Fällen bei noch nicht ausreichender Studienlage bzgl. einer gleichwertigen Versorgung z.B. optimale Medikamententherapie findet eine Arterienaufdehnung/ Wiedereröffnung mittels Katheter und Ballon ( transcutane Carotis-Angioplastie) statt. Auf eine strahlenbelastende bzw. zumindest Kontrastmittel- belastende Kontrastmittelangiografie kann bei guter Farbduplex-Darstellbarkeit verzichtet werden.

Die A. vertebralis ist nicht selten hypoplastisch oder schwer farbcodiert
darstellbar, insbesondere bei älteren Menschen. Hieraus ergibt sich aber wegen der nicht vorhandenen therapeutischen Konsequenzen nur selten ein weiter zu beachtender Befund.

Endothel (Gefäßinnenhaut) / Intima-Media-Dicke (IMD)
Metaanalysen (Circulation 2007) bestätigen einen prädiktiven Wert der Intima-Media Dicke für Herzinfarkte und noch deutlicher für Schlaganfälle. Es handelt sichbei diesem Marker wohl nicht nur um ein lokalisiertes, arteriosklerotisches Geschehen, sondern die IMD- Bestimmung stellt wohl eher ein Abbild der allgemeinen vaskulären Atheroskleroselast dar.
Wie dieser starke Prädiktor in die Risikofaktorentabellen einzuordnen ist, bleibt zunächst noch offen.

Eine Intima-Media-Verdickung weist also auf ein allgemeines arteriosklerotisches, cerebrovaskuläres und insbesondere kardiovaskuläres Gefäßrisiko hin (präklinische Arteriosklerose, wohl deutliche Erhöhung des CV/MI-Risikos bei der Risikotabellenkalkulation, aber individuell als Surrogatparameter kaum einsetztbar).
Die IMD-Verdickung erhöht das arteriosklerotische Lebensrisiko ähnlich stark wie ein bestehender Diabetes mellitus (NEJM 350, 2004,29).

Amaurosis fugax (kurzzeitige Blindheit)
Hier besteht immer eine Indikation zu einer raschen Halsschlagader-Farbduplex- Ultraschalluntersuchung. Die kurzzeitige Blindheit ist wie ein Äquivalent eines Schlagangfalles zu betrachten. Bei hochgradiger Verengung einer Halsschlagader und zunehmend häufigerem/intensiverem Symptomauftritt ist oft eine rasche Operation notwendig.
Oft schliesst sich eine Weiterdiagnostik mittels eines Emboliequellenausschlusses des Herzens an.

Transitorisch ischämische Attacke TIA (kurzzeitige Arm- und Beinschwäche)
Hier besteht immer eine Indikation zu einer raschen Halsschlagader-Farbduplex- Ultraschalluntersuchung.
Oft schliesst sich eine Weiterdiagnostik mittels eines Emboliequellenausschlusses des Herzens an.

Tinnitus (Ohrgeräusche)
Informationsgespräche zum Thema Tinnitus sind nach Gefäßabklärung der Halsschlagadern wichtig. Die komplexen verhaltenstherapeutischen Möglichkeiten sowie andere Massnahmen und zusätzliche Angebote zur Selbsthilfe werden dabei erörtert.

Polymyalgia rheumatica (PMR)
Die PMR kommt oft bei Schultergürtel- und Arm-betonter Schmerzsymptomatik vor.
Eine Polymyalgia rheumatica kann auch ohne lokalisierte in der A. temporalis Entzündung bestehen (z.B. Manifestation an einem anderen Ort).
Der Nachweis wird mit einem hochfrequentem Schallkopf sowie ggf. einer Biopsie der Arteria temporalis oder anderer entzündeter Bereiche (Vaskulitis-Korrelat z.B. “Halo-Sign” mit echoarmer Wandverdickung) geführt.
Eine Behandlung wird nicht selten bereits schon bei klinischem Verdacht auf eine PMR mit immunmodulierenden Medikamenten (z.B. Cortison) notwendig.