Diabetes & Struktur-/Prozessqualität


Diabetesschwerpunktpraxen müssen regelmäßig die Strukturvoraussetzungen zum Ende eines Jahres der Kassenärztlichen Vereinigung gegenüber schriftlich nachweisen. Dies ist im Rahmen der jährlichen Qualitätssicherungsmaßnahmen sowie für das auch von unserer Praxis abgedeckten DMP-Programm Diabetes mellitus erforderlich.

In der diabetologischen Schwerpunktpraxis (DSP)-Vereinbarung müssen in Ergänzung der strukturierten Behandlungsprogramme Nachweise zur strukturierten Sicherung der Leistungen von DSP in Niedersachsen erbracht werden, um die Prognose von Diabetikern entscheidend zu verbessern.

Personelle Strukturvoraussetzungen:

1) Fachrichtung Innere Medizin / Allgemeinmedizin mit umfangreichen theoretischen Kenntnissen und mehrjährigen praktischen Erfahrungen des Vertragsarztes in der Diabetologie (durch Prüfung von eingereichten Unterlagen sowie nach einer mündlichen Prüfung vor einem Prüfungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung).

2) Spezielle Mitarbeiterqualifikation: Einsatz mindestens einer Diabetesassistenten/in (KVN) oder eines Diabetesberaters/in (z.B. DDG) sowie eines Oecotrophologen/in oder Diätassistenten/in in vertraglicher Bindung u.v.m.

3) Teilnahme des Vertragsarztes und des nichtärztlichen Fachpersonals an bestimmten Seminarveranstaltungen zur Vorbereitung auf die Durchführung von Diabetes-Schulungsprogrammen.
4) Kontinuierliches Komplettangebot der Schulungen einschließlich Hypertonieschulung.
5) Zusammenarbeit mit einer für Diabetes geeigneten stationären Einrichtung
6) Durchführung und Dokumentation qualitätssichernder Maßnahmen
7) Mindestanzahl von Patienten pro Quartal
8) Verpflichtung zur Teilnahme an Disease-Management-Programmen der Krankenkassen
9) Spezieller, separater Schulungsraum

Im einzelnen sind folgende Qualitätsnachweise jährlich zusätzlich zur besonderen Personalstruktur erforderlich:

  • Regelmäßige Teilnahme an einem Diabetesschwerpunktpraxisqualitätszirkel, mindestens 6x jährlich
  • Zusammenarbeit mit Haus- und Fachärzten vor Ort in regionalen Qualitätszirkeln, mindestens 1x jährlich
  • Teilnahme an diabetes-spezifischen Fortbildungsveranstaltungen, mindestens 2x jährlich (wenigstens 20 Stunden), die von der Landesärztekammer anerkannt sind.
  • Teilnahme des nichtärztlichen Fachpersonals an diabetes-spezifischen Fortbildungs-Veranstaltungen, mindestens 1xjährlich
  • Der Nachweis einer bestimmten Anzahl Diabetespatienten pro Quartal

Vierteljährliche Verlaufskontrolle:

  • Blutzucker und HBA1c-Bestimmung
  • Blutdruckmessung
  • Fußinspektion und Fußpulse
  • Ermittlung des Gewichts, ggfs. Ernährungsberatung
  • Befragung nach Hypoglykämien
  • Befragung nach Zigarettenkonsum, ggfs. Veranlassung weiterer Therapieschritte

Jährliche Verlaufskontrolle:

  • Leistungen der vierteljährlichen VK plus Gefäßstatus (ggfs. EKG LZ-EKG, Dopplersonographie, LZRR)
  • Erhebung des neurologischen Status (Reflexe plus Stimmgabeltest des Vibrationsempfindens)
  • Veranlassung des Augenarztbesuches
  • Labor nach Notwendigkeit
  • Aufklärung, Beratung, Motivation und Behandlung unter Beachtung des Versorgungskorridores
  • Durchführung von strukturierten Patientenschulungen
  • Ersteinstellung eines manifesten Typ 1 –Diabetes / Umstellung auf eine Insulintherapie bei Typ 2-DM bei nicht ausreichender Stoffwechseleinstellung.
  • Umstellung und Betreuung insulinpflichtiger Diabetiker auf eine Insulinpumpentherapie

Behandlung oder Veranlassung und/oder Kontrolle einer Behandlung diabetischer Komplikationen (gehäufte Hypoglykämien, diabetische Nephropathie, schwer einstellbarer Hypertonus, diabetische Polyneuropathie oder diabetisches Fusssyndrom), ggf. in Zusammenarbeit mit spezialisierten Fachärzten und anderen relevanten Berufsgruppen (z.B. Orthopädieschuhmacher, Podologe, Diätassistent…)
Beratung und Betreuung von Patienten mit psychosozialen Problemen, ggf. in Zusammenarbeit mit geeigneten Psychologen etc.
bei Überweisung an andere Leistungserbringer Übermittlung der therapierelevanten Informationen
Rücküberweisung in die hausärztliche Versorgungsebene und Information des Hausarztes über den Behandlungsverlauf und die Therapieempfehlungen mittels Arztbrief

Prozessqualität
Die Prozessqualität ist durch das Managementprogramm QEP und QMI gesichert.