Arterielle Verschlusskrankheit AVK bzw. PAVK


Aufgrund häufiger Risikofaktoren wie Hochdruck, Diabetes und Nikotin treten arterielle Durchblutungsstörungen der Beine, der Arme, der Hände und der Füße nicht selten auf.
Bei Ultraschall-Untersuchungen der hirnversorgenden Gefäße lässt sich früh eine Schlaganfallsgefahr sowie eine Herzinfarktgefährdung erkennen. Die schädlichen Auswirkungen von hohem Cholesterin und anderen Risikofaktoren können hier summarisch und individuell direkt anhand des Gefäßwandbildes nachgewiesen werden.
Hier zeigt sich, dass der Mensch so jung oder so alt ist, wie seine Gefäße!

Ablauf der Untersuchungen:
Die arterielle Abklärung erfolgt bei unklaren Beinbeschwerden sowie insbesondere auch bei der sogenannten Schaufenster- Krankheit mit Wadenschmerzen beim Gehen. Oft reicht die moderne Farbduplex-Bildgebung ohne den zusätzlichen Einsatz einer Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel aus. Es sollte so lange wie möglich auf invasive Untersuchungen verzichtet werden.
Die Laufbanduntersuchung hilft unter klaren Rahmenbedingungen wie definierter Laufgeschwindigkeit und Steigung der Gehstrecke sowie genauer Gehstreckenmessung die Beschwerden mit ihrem Verlauf zu objektivieren. Die Laufbanduntersuchung stellt somit bei der Gesamtbewertung ein unverzichtbares Hilfsmittel dar.

Vorteile der arteriellen Untersuchung mit Ultraschall ohne Kontrastmittel sind die ausbleibenden Nebenwirkungen (zwar selten, kommen aber regelhaft vor):

Ausbleibende, allgemeine Komplikationsmöglichkeiten von Angiographien/Phlebographien:
- keine Kontrastmittelallergien
- keine Bradykardien / keine Druckanstiege im
Lungenkreislauf
- kein Kollaps / kein anaphylaktischer Schock
- keine Blutdruckkrisen
- keine Nierenschädigungen durch Kontrastmittel
- keine Schilddrüsenschädigungen durch Kontrastmittel
- kein Gefäßschmerz durch Kontrastmittel / Gefäßpunktion
- keine Verstärkung einer vorbestehenden Herzschwäche
- keine Emboliegefahr durch Kontrastmittel / Gefäßpunktion
- keine Emboliegefahr durch Gerinnselbildung im Katheter
- keine Emboliegefahr durch Verbandfaserpartikel
- keine Luftemboliegefahr
- keine Blutvergiftungsgefahr
- keine Thrombosegefahr durch Kontrastmittel /
Gefäßpunktion

Auch Ultraschallkontrastmittel können allergisch wirken.
Da bei sehr guten, modernen „High End“-Ultraschallgeräten diese unerwünschten Wirkungen vermieden werden, lohnt es sich für Patienten vor Untersuchungen nach dem Gerätealter zu fragen. Zudem gibt es verschiedenste Geräteklassen.

Ausbleibende, lokale Komplikationsmöglichkeiten von Angiographien/Phlebographien:

- keine Blutung an der Punktionsstelle
- keine Ausbildung eines Pseudoaneurysmas (gefährliche
Gefäßaussackung nach Punktion mit Rupturgefahr =
Gefahr des Platzens)
- keine Ausbildung eines arteriovenösen Kurzschlusses
- keine Ausbildung eines Paravasates (Medikament /
Kontrastmittel im Gewebe neben dem Gefäß)
- keine Ausbildung einer Organschädigung durch KM-
Überangebot
- keine Ausbildung einer lokalen Nervenschädigung durch
Punktion
- keine Ausbildung einer lokalen Infektion
- keine Ausbildung einer lokalen Thrombose
- keine Ausbildung einer Knotenbildung im Katheter mit der
Notwendigkeit einer u.U. operativen Entfernung
- keine Ausbildung eines Katheterspitzen-Abrisses mit der
Notwendigkeit einer u.U. operativen Entfernung

Dabei muss festgestellt werden, dass bei etwa 1/3 der Patienten mit Durchblutungsstörungen überlagernde Symptome im Bereich der Gelenke, der Wirbelsäule, des gesamten Skelettsystems, der Muskeln und der Weichteile sowie der Bindegewebsverbindungen existieren. Insofern erfordern festgestellte Durchblutungsstörungen der Beine oft auch eine weitere chirugisch- / orthopädische Abklärung. Sämtliche orthopädischen Beschwerden bergen ebenfalls das Risiko einer versteckten arteriellen Verschlußkrankheit, die bei früher Entdeckung erhebliche Konsequenzen auch in der medikamentösen Therapie für den einzelnen Menschen hat. Es resultieren Konsequenzen sowohl in der Vorbeugung vor einer Verschlimmerung als auch in veränderten Behandlungspfaden.

Die Gefäßkrankheiten werden nicht selten zunächst fälschlicherweise als harmlos eingestuft oder auf Gelenke und Muskulatur bezogen. Die notwendige medikamentöse Herzkreislauf-Behandlung erfolgt dann oft zu spät. Eine Farbduplex-Untraschalluntersuchung kann rasch die Diagnose klären. Erst danach kann die Therapie optimal durchgeführt werden.

Sämtliche Risikofaktoren gehören auf den Prüfstand (z.B. Blutdruck, Blutzuckerwerte, Blutfette, Homocystein, evtl. auch Lipoprotein (a), Ausschluss von Herzembolien).
Danach erfolgt eine Stadieneinteilung der chronischen Arterienverschlüsse mit einer anschließend stadienbezogenen Therapie (Medikamente, Rezidivprophylaxe, Gehtraining, ggf. Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes).
Bei ausgeschöpften konservativen Therapiemöglichkeiten oder auch im akuten Fall erfolgt eine Arterienaufdehnung/Wiedereröffnung mittels Katheter und Ballon (periphere transcutane Angioplastie) oder mittels Operation unter Einsatz von Kunststoff- oder eigenem Venenmaterial zur Überbrückung der unterbrochenen Blutversorgung im Rahmen einer Kontrastmittel-Angiographie.
Klinische und Duplex-Verlaufskontrollen sollten regelmäßig erfolgen.
Bzgl. der AVK entscheidendes Therapieziel im pAVK-Stadium 2: Verbesserung der freien und maximalen Gehstrecke.

Täglich – wenn ausreichend durchblutet – mehrfache Gehübungen bis an die Schmerzgrenze (idealerweise im Verein/Sportstudio auf dem Laufband mit einem hierfür qualifizierten Trainer; Bewegungsempfehlungen alters- und gesundheits- entsprechend).
Bzgl. der AVK entscheidendes Therapieziel im pAVK-Stadium 3-4: Erhalt der Extremitäten.
Der langfristige Beinerhalt ohne Amputation zeigt bei konservativem und invasivem Vorgehen im allgemeinen keinen Unterschied. Bestimmte Konstellationen sind aber zwingend behandlungsbedürftig.

Bei arterieller Verschlußkrankheit sind folgende Regeln für den Patienten sinnvoll: Nicht rauchen, gesunde Ernährung, möglichst kochsalzarm, niedriger Blutdruck und niedrige Fette, genügend körperliche Betätigung, am besten Ausdauer-Sport/Gymnastik, viel gehen, Vermeiden von Wärme und nassen Füssen, bequemes Schuhwerk, Vorsicht bei der Nagelpflege, gute Haut- und Fußpflege. Hautpflege.
Wegen der bei einer AVK besonders hohen Häufigkeit einer Halsschlagaderverengung mit Schaganfallgefahr sowie einer koronaren Herzkrankheit rate ich wegen der möglichen symptomatischen Maskierung nicht selten zu einer weiteren Ultraschall-Überprüfung der Halsschlagadern sowie des Herzens.

Akrale Minderperfusion (Finger-/ Zehen-/ Vorfuß- / Fuß- /
Hand-Durchblutungsminderung)

Eine Diagnostik zum Ausschluss einer entzündlichen Gefäßerkrankung mit Doppler- und Duplex-Ultraschall sowie mit Finger-/Zehendurchblutungsmessung,Kältetest, ggf. auch Kapillarmikroskopie und Speziallaboruntersuchungen ist notwendig.

Die Erkrankungen sind oft ausreichend mit Allgemeinmaßnahmen sowie Medikamenten in den Griff zu bekommen.